Bluttest lässt erkennen, wer auf eine Efalizumab-Behandlung anspricht

(Bildquelle: sxc.hu)
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03.09.2008 – MÜNCHEN (MedCon/yg) Patienten, die unter Plaque-Psoriasis leiden, können ihre Beschwerden häufig mit Efalizumab lindern. Jedoch sprechen 30 bis 40 Prozent der Betroffenen auf dieses biologische Medikament nicht an. Ein Bluttest soll nun helfen, die Patienten zu identifizieren, die auf den Antikörper ansprechen, wie die Ärztezeitung vom 29. August berichtet.

Bisher sei erst nach einer drei- bis sechsmonatigen Therapie klar, ob der Patient ein Responder ist oder nicht, erklärte der Zeitung zufolge Professor Jan C. Simon auf der 21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München. Der Bluttest erspare den Non-Respondern die für sie unnötige und kostspielige Behandlung mit Efalizumab.

Anreiz für den Bluttest, der in kleinen Pilotstudien bereits erprobt wurde, war eine neue Erkenntnis: Neutrophile Granulozyten der Patienten mit Psoriasis binden stärker an das endotheliale Adhäsionsmolekül Thy-1 als entsprechende Zellen von Menschen ohne diese Krankheit.

Zur Messung der Bindung dient ein Zelladhäsions-Test, bei dem isoliertes, gereinigtes Thy-1 auf Mikrotiterplatten fixiert und mit dem Blut von Patienten inkubiert wird. Die Menge der an Thy-1 gebundenen Granulozyten gebe Auskunft über das Adhäsionsverhalten, erklärte der Dermatologe auf einem Seminar von Merck Serono.

Wie die Ärztezeitung weiter berichtet, zeigte die Arbeitsgruppe um Simon mit diesem Test in zwei Pilotstudien, dass im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen bei allen Psoriasus-Patienten erwartungsgemäß eine signifikant höhere Zelladhäsion auftrat. Die Studien wurden mit einmal sieben und einmal sechs Psoriasis-Patienten durchgeführt.

Wiederholte Blutanalysen zeigten schließlich, dass das gesteigerte In-Vitro-Adhäsionsverhalten der Neutrophilen bei den meisten Patienten bereits zwei Wochen nach Therapiebeginn mit Efalizumab, wieder signifikant abnahm. Dieser Effekt trat lange vor einer möglichen klinischen Besserung auf. Acht Wochen nach Behandlungsbeginn war der Wert nach Angaben der Ärztezeitung sogar niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen. Vier Patienten wiesen allerdings keine verringerte Neutrophilenadhäsion an Thy-1 auf. Bei ihnen wurde im Nachhinein festgestellt, dass sie auf das Medikament klinisch nicht ansprachen.

Zur Bestätigung seiner Wirkung müsse der Bluttest jedoch durch weitere Studien mit größeren Patientenzahlen wiederholt werden. Auch der Transport der Neutrophilen stelle noch ein Problem dar, da sie nicht stabil genug seien, berichtet die Ärztezeitung.

Quelle: Ärztezeitung, 29.08.2008.

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