Tumor-Nekrose-Faktor unterstützt in experimentellem Modell Chemotherapie bei Melanom

28.04.2004 (1)

NEW YORK (Reuters Health) – Studien an Mäusen zeigen, dass der Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha) in einem experimentellen Modell für das Melanom die Wirkstoffdistribution verbessert und das therapeutische Ansprechen auf Doxorubicin verstärkt. Dies berichten niederländische und belgische Forscher im International Journal of Cancer vom 10. April.

Wie Seniorautor Dr. Timo L. M. ten Hagen gegenüber Reuters Health erklärte, „profitiert die Therapie solider Tumoren deutlich von einem mehrfachen Ansatz – Chemotherapie zur Abtötung der Tumorzellen und TNF zum Angriff auf die tumorassoziierte Gefäßstruktur.“

In einer Reihe von Studien an Mäusen mit Melanom verwandten Dr. ten Hagen von der Erasmus Universiteit Rotterdam und Kollegen Injektionen von freiem und liposomalem Maus-TNF sowie freiem und liposomalen Doxorubicin sowohl alleine als auch in verschiedenen Zusammenstellungen.

Für sich genommen, zeigten die verabreichten niedrigen und „klinisch tolerablen“ TNF-alpha-Dosen keinen Anti-Tumor-Effekt; in Kombination mit Doxorubicin unterstützten sie jedoch deutlich die Akkumulation des Wirkstoffs und die Therapieresponse. Dieser Effekt schien auf eine erhöhte vaskuläre Durchlässigkeit zurückzuführen zu sein.

Da das Gefäßsystem eines Tumors eine häufige Struktur ist, „für die keine raschen Veränderungen erwartet werden“, so ten Hagen weiter, „stellt es ein gutes Target dar. Zudem können mit TNF und Substanzen mit vergleichbaren Wirkmechanismen große Tumoren behandelt werden – Tumore die schon bestehen.“

„Wir glauben, dass dieser Ansatz für eine Reihe solider Tumoren hilfreich sein könnte“, folgert er.

Quelle: International Journal of Cancer 2004;109:442-448

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