Arzt-Patienten-Kommunikation: Eine wissenschaftliche Untersuchung

Belehrende Monologe des Arztes und für den Patienten unverständliche Fachbegriffe gehören zur Tagesordnung in der Praxis. (Bildquelle: DAK/Van den Berg)
Belehrende Monologe des Arztes und für den Patienten unverständliche Fachbegriffe gehören zur Tagesordnung in der Praxis. (Bildquelle: DAK/Van den Berg)

03.11.2008 – BOCHUM (dpa/MedCon) Nicht immer kommunizieren Ärzte auf verständliche und freundschaftliche Weise mit ihren Patienten. Sie verwenden oft Fremdwörter, halten belehrende Monologe und erheben die Stimme. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Ruhr-Universität Bochum bei einer Untersuchung.

Der Sprachforscher Tim Peters fand heraus, dass die oft geforderte kooperative Entscheidungsfindung beim Arzt nur selten stattfinde. Stattdessen würden Ärzte die Patienten unter Druck setzen und ihre Kompetenz unterstreichen, teilte die Universität mit. Als Ursache vermutet Peters vor allem Zeitmangel.

Die Basis der Arbeit waren 100 aufgezeichnete Konsultationsgespräche in 52 Düsseldorfer Hausarztpraxen. Jeder Arzt bekam zwei fingierte Patientenbesuche, einen von einer ängstlich- drängenden Kopfschmerzpatientin, einen von einer neutral- akzeptierenden Patientin. Die Ärzte hatten sich Monate zuvor schriftlich bereiterklärt, sich zu Studienzwecken heimlich aufzeichnen zu lassen. Angekündigt wurden dann die Besuche der "präparierten" Patienten nicht mehr.

Trotz des Zeitmangels, der in vielen Praxen vorherrscht, sollten Ärzte ihre Patienten ruhig und verständlich über ihre Erkrankung aufklären und sich dabei nicht lehrerhaft über sie stellen. So nehmen Patienten das Gehörte besser auf und fühlen sich beim ihn behandelnden Arzt gut aufgehoben.

Quelle: dpa, yg

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