EADV - Neue Immuntherapiebehandlung gibt atopischen Patienten Hoffnung

Heute können Ärzte Menschen mit atopischer Dermatitis deutlich besser helfen als vor wenigen Jahren. (Bildquelle: Neufried/OKAPIA)
Heute können Ärzte Menschen mit atopischer Dermatitis deutlich besser helfen als vor wenigen Jahren. (Bildquelle: Neufried/OKAPIA)

02.10.2008 – PARIS (MedCon/yg) Atopische Ekzeme gehören mit zu den häufigsten Hautbeschwerden in Europa. Einige Millionen Menschen leiden unter dieser Hauterkrankung. Neue Behandlungsweisen, die das Immunsystem beeinflussen, wurden auf dem 17. Congress of the European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) in Paris vorgestellt.

"Die spezifische Immuntherapie (SIT), oder Hyposensibilisierung, war viele Jahre lang die Standardbehandlung bei allergischen Erkrankungen der Atemwege", erklärt Prof. Johannes Ring, Direktor der Dermatologischen und Allergologischen Klinik an der Technischen Universität München, auf dem EADV-Kongress. Zurzeit werde diese Methode auch bei atopischen Patienten getestet, die gleichzeitig auch gegen Hausstaub allergisch sind. Diese umfangreiche multizentrische Studie wurde an 14 Deutschen Universitätskliniken durchgeführt. "Wir erwarten die ersten Ergebnisse noch diesen Herbst", so Ring. Erste Versuche, die mit wenigen Patienten durchgeführt wurden, zeigten, dass 85 Prozent der Teilnehmer auf die SIT ansprachen. "Wir fanden heraus, dass die Patienten weniger Beschwerden nach der Behandlung hatten und weniger Kortisonsalbe benötigten."

In den letzten Jahren sei das Wissen über den Krankheitsverlauf der atopischen Dermatitis stark angestiegen. Dank neuer molekularbiologischer Untersuchungsmethoden konnten Gene entschlüsselt werden, die im Wesentlichen das Risiko der Erkrankung steigern. Und mehrere zielgerichtete Therapien seien erforscht worden, um das hyperaktive Immunsystem zu modulieren. Der EADV-Experte Ring ist positiv gestimmt: "Selbst wenn bisher nicht alle Puzzleteile gefunden und weitere Forschungen nötig sind, können wir den Patienten schon jetzt viel besser helfen als wir es noch vor wenigen Jahren konnten."

Quelle: MedCon/yg

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