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– AMSTERDAM (MedCon/yg) Laut einem Bericht im Journal der Federation of American Societies for Experimental Biology (FASEB) haben niederländische Wissenschaftler eine Substanz in menschlichen Speichel identifiziert, die die Wundheilung stark beschleunigt.
Von dieser Entdeckung könnten Patienten mit z.B. diabetesbedingten chronischen Wunden ebenso profitieren wie Trauma- und Verbrennungspatienten. Da sich die Verbindung in Massen produzieren lässt, hat sie zudem das Potenzial, in antibiotischen Cremes und alkoholischen Tinkturen verwendet zu werden.
"Wir hoffen, unser Fund nützt letztendlich Menschen mit nicht-heilenden Wunden, wie Fußulzera und diabetischen Ulzera, wie auch zur Therapie traumainduzierter Wunden wie Verbrennungen", erklärte Menno Oudhoff, Erstautor der Studie.
Konkret fanden die Wissenschaftler heraus, dass Histatin, ein kleines Protein im Speichel, bei dem man bislang lediglich eine antibakterielle Wirkung annahm, für die Wundheilung verantwortlich war.
In der Studie kultivierten die Forscher Epithelzellen der Wangenschleimhaut, bis diese eine durchgängige Fläche in der Kulturschale bildeten. Um eine Wunde zu simulieren, wurde diese Zellschicht dann an einer Stelle abgekratzt, und die Zellen anschließend entweder in einem isotonen Medium oder aber in menschlichem Speichel kultiviert.
Nach 16 Stunden sei die speichelbehandelte Wunde fast vollständig verheilt gewesen, die unbehandelte Wunde dagegen noch zu einem erheblichen Teil offen, so die Autoren. Mithilfe verschiedenster Techniken gelang es der Arbeitsgruppe dann, den Speichel in seine individuellen Bestandteile zu spalten und jeden einzelnen an dem beschriebenen Modell zu testen, wobei sich Histatin als die für die Wundheilung verantwortliche Substanz herausstellte.
"Diese Studie beantwortet nicht nur die biologische Frage, warum Tiere sich ihre Wunden lecken", erklärte Gerald Weissmann, Chefredakteur des FASEB Journal. "Sie erklärt auch, warum Wunden im Mund, zum Beispiel nach dem Ziehen eines Zahns, viel schneller heilen als vergleichbare Wunden an Haut oder Knochen. Sie führt uns auch dahin, Speichel als Quelle für neuartige Medikamente zu betrachten."
Quelle: FASEB J. 2008 Jul 23. [Epub ahead of print]
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